Die Beschissenheit der Dinge

Eigentlich sollte dieser Text eine überschwängliche Rezension werden. Jubelnd über das grandiose neue Album von Almut Klotz & Reverend Dabeler. Darüber, dass Lass die Lady rein ein melancholisches, manchmal fast witziges Album im Genre Kaputtes Liebeslied geworden ist. Alle Stücke mit dem Wissen gesungen, dass die Beschissenheit der Dinge ohne den anderen noch viel schwerer zu ertragen wäre, wie es in Welt retten heißt. Und man zur Not immer noch auf den Tischen tanzen kann, bis der Saal zerfällt.

Und jetzt ist Almut Klotz tot. In der vergangenen Woche an Krebs verstorben. Sie wird die Veröffentlichung ihrer Platte nicht mehr erleben und auch nicht mehr mit Reverend Dabeler auf die schon gebuchte Tour gehen.Was bleibt, sind ihre Lieder. Nun durchsucht man sie nach Zeichen, Sätzen und Wegen, die durch die Trauer helfen könnten. Und findet Trost in der Wehmut und Angst, die das neue Album prägen – stets liebevoll lakonisch vorgetragen.

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Erst in Schweden, dann im Radio

Ich war beim Way Out West Festival in Göteborg. Da war da ganz anders als bei diesen stinkigen, dreckigen, suffverseuchten Festivals hierzulande. Aber hört selbst, ich stand den Leuten von detektor.fm Rede und Antwort.  Mehr zu diesem Festival schrieb ich auch in der taz, was man  unter „No exzess,please“ nachlesen kann.

Iggy and the fuckin‘ scooter

Wochenendgestaltung in der Pampa vor Berlin. Mit großen Bands, dem Wurstjungen und der Erwähnung einer Geschlechtskrankheit am Sonntagmorgen. Ein Besuch beim Greenville-Festival.

Iggy Pop ist müde. »I’m fuckin’ muuude«, sagt er. Man glaubt ihm kein Wort. Der 65-Jährige singt und springt, als gäbe es kein Morgen, sondern nur ein Gestern. Mit den »fuckin’« Stooges ist er hier, und die sehen in der Tat etwas müde und sehr weißhaarig aus, aber klingen so, wie sie damals in den Siebzigern geklungen haben müssen, in denen Iggy einen ähnlich nackten Waschbrettbauch gehabt haben dürfte, unter dem tief die Jeans hängt. Nur dass er diesmal Plastik-Wasserflaschen in die Menge wirft.

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Mein Name ist Hase

Wochenendgestaltung mit Tieren. Ein Bericht vom Immergut-Festival.Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Nein, »gute Laune«, brüllen Sprechblasen aus Pappe. Am Himmel strahlt die Sonne, unten im Staub die Gesichter. Das Immergut eröffnet traditionell die Festival-Saison. Und alle sind sie wieder da. Freaks und Verrückte, brave Mädchen und bebrillte Jungs, Musikbegeisterte und Total-Besoffene. Die familiäre Stimmung ist der Grund, warum man immer wieder herkommt, immer wieder all diese Leute trifft, immer wieder viel zu wenig schläft und viel zu viel trinkt. Und natürlich die Bands.

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