Verlinkte Dinge #3 (Todes-Edition)

Beginnen wir die Wochenrückblicklinks heute beschissenerweise mit dem Tod. (Spoiler: Wir werden sie auch mit dem Tod beenden.)
Peter Liechti ist gestorben. Falls jetzt alle fragen: Wer bitte? Bis vor einem halben Jahr kannte ich ihn auch nicht, dann wurde dem Schweizer Filmemacher auf der Dokwoche in Leipzig eine Hommage gewidmet. Ich sah drei tolle Filme von ihm und eigentlich sollte ich ihn interviewen. Das klappte leider nicht, weil erst er, dann ich keine Zeit hatte. Was jetzt noch viel bedauernswerter ist, als eh schon. In der NZZ ist ein Nachruf erschienen, auf arte gab es letztes Jahr ein kleines Portrait. Hier der Trailer zu seinem letzten und wohl erfolgreichsten Film „Vaters Garten“, in dem er seine Eltern zum besseren Verständnis als Hasenfiguren auftreten lässt und dem ich jeden empfehlen würde, der seine Eltern oft auch nicht versteht. Oder seine alten Nachbarn. Also jedem.

 

Wetten, dass…

Ich möchte ja, dass „Wetten, dass…“ erst dann abgesetzt wird, wenn folgende Wette angenommen wird:

Wetten, dass ich es schaffe, vier Maßkrüge Bier zu trinken und anschließend fünf vollzupinkeln? (Vorschlag von Andi G., 6. Dezember 2003)

(Wir hatten ja als lustige Teenager damals die Idee: Wetten, dass Thomas Gottschalk uns nicht die gesamte Sendung auf der Couch sitzen und Gummibärchen essen lässt? – Hat er nicht.)

Frauenquote
Die Quote ist ein Arschloch, aber wir brauchen sie, hat mal jemand gesagt, und das befürchte ich langsam auch. Allein, weil 95 Prozent der Zeitungschefredakteure männlich sind. Daher war ich bei einem Gründungstreffen einer ProQuote-Regionalgruppe in Dresden. Dazu in Zukunft noch mal mehr (wer jetzt aber Journalistin ist, interessiert und irgendwo im MDR-Einzugsgebiet wohnt, melde sich gerne). Ansonsten hat Margarete Stokowski das ganze Dilemma ganz gut zusammengefasst:

„Was ich von der Quote halte, so als junge Feministin? Furchtbar! Ich finde es asozial und unmodern, wenn Menschen nur nach ihrem Geschlecht beurteilt werden und nicht nach ihrem Können oder wie sie sonst so drauf sind. Ich bin da ganz auf CDU-Linie. Also fast.“

Musiktipp
Seit Tagen läuft auf meinem mp3-Player fast nur noch Die Höchste Eisenbahn. Weil sie so gut passt, wenn du betrunken durch die Straßen deiner Kindheit taumelst. Wenn die Nacht mal wieder übertreibt. Wenn du merkst, dass die letzte Liebe nur eine Illusion war. Wenn dich die neuste Werbekampagne (für egalwas) wieder so nervt. Wenn du im Fernbus einschläfst. Wenn du Post bekommst vom Inkasso-Unternehmen. Wenn dich jemand in den Arm nimmt. Wenn dein kleiner Neffe durchs Zimmer robbt, um dir fröhlich auf die Klamotten zu sabbern. Wenn eine Freundin sagt, sie hätte sich das alles irgendwie anders vorgestellt. Wenn sich alle fragen, wie das eigentlich weitergehen soll. Wenn die Sonne scheint. Wenn du nicht mehr weißt, was du sagen sollst. Wenn… sie passt immer.

Ausflugtipp
Sonntagnachmittag war ich dann spazieren. Mitten im Berliner Grunewald liegt ein kleiner Friedhof, der vor über 100 Jahren angelegt wurde, um dort Leichen zu begraben, die man Grunewald gefunden hatte und nicht identifizieren konnte. Oft wurden auch Wasserleichen von Dienstmädchen angeschwemmt, die von ihren Herren geschwängert wurden. Daher heißt der Friedhof auch „Selbstmörderfriedhof“ oder „Friedhof der Namenslosen“. Seit 1988 liegt hier auch die ganz und gar nicht namenlose Nico, Sängerin von Velvet Underground und nicht nur von Andy Warhol hochgeschätztes Model. In einem kleinen Glasbehältnis am Grab haben Fans ihre Zuneigung auf Zetteln dagelassen. Auf einem stand einfach nur „Hi! :)“

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